Sonntag, 12. Juni 2011

Die Entstehung von Keramikperlen

Ich wollte euch mal kurz mitnehmen in meine Werkstatt.Ihr könnt mir bei der Entstehung von Keramikperlen über die Schulter schauen.
Der weite Weg vom Ton zur Perle.

Hier färbe ich den Ton mit Farbpigmenten ein.

Die eingefärbten Tonstücke stapel ich übereinander,

und walze sie flach.

dann platt ausgerollt, Dicke ca 0,5 cm

mit den Fingern zu gleichmäßigen Kugeln gerollt, und durch die Mitte mit einem Holzspieß ein Loch gebohrt (ist die kniffligste Arbeit, einerseits die Mitte zu treffen, andererseits die Kugel nicht zu verdrücken)

nach dem Trocknen werden die Kugeln an den Bohrlöchern kurz abgeschliffen.

die Löcher müssen ganz sauber gearbeitet sein, sonst hat man später Probleme mit der Weiterverarbeitung.
auch alle platten Schmuckteile müssen von allen Seiten geschliffen werden.

hier z.B. ein kleines Herzchen, dessen Spitze entschärft wird.


Beim ersten Brand dem sog. Schrühbrand bei 950 Grad ist es noch
nicht so tragisch, wie die Teilchen in den Ofen kommen. Sie dürfen sich berühren, können auch übereinander liegen. Der Schrühbrand dauert mit Abkühlen ca 24 Stunden.

Auf ein Spießchen gesteckt, werden sie in die Glasur getaucht.
Das Loch muß frei von Glasur sein, das ist sehr wichtig, sonst kleben die Perlen beim 2. Brand am Draht fest und sind kaputt.
Das Einräumen des Ofens für den Glasurbrand bei 1090 (Niederbrand) oder 1250 (Hochbrand) ist eine Geduldsprobe. Keine Perle darf an die andere anstoßen, sonst kleben sie zusammen. Keine Glasur darf auf den Drähten sein, ebenso darf nichts am Rand anstehen. Fällt ganz zum Schluß eine Perle in den Ofen, darf man alles wieder ausräumen, das Ganze beginnt von Neuem. (alles schon dagewesen). Der Glasurbrand dauert inc. Abkühlphase ca.36 Stunden.
Erst dann sieht man die Farben so richtig, das Öffnen des Ofens ist immer wieder sehr spannend.
Heraus kommt dann eine Hand voll Perlen.
und jede sieht anders aus, manche sind ganz leicht unrund, bei manchen ist das Loch etwas schief, aber das macht das "handmade" aus, ich finde sie alle wunderschön.
 Hier noch mal platte Teilchen, für Ohrhängerchen und feine Kettchen.
 ....und noch mal eine Farbvariation
Der Rest ist dann nur mehr eine Spielerei.

Kommentare:

  1. Cool!!

    Hab dich gleich aufgepickt, den ich mag Schmuck aus Ton oder Glas sehr!!!

    Grüessli aus der Schweiz

    Claudia

    AntwortenLöschen
  2. Boah, was für eine Heidenarbeit! Respekt! Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen!
    Lg Tina

    AntwortenLöschen
  3. Was eine Fruddelei!!! Ist ja eine richtige Geduldsprobe. Aber die Perlen sind wunderschön!!! Fand auch deine Herzeln für Liz ihren Hochzeitsstrauss einfach nur traumhaft!
    LG Anke

    AntwortenLöschen
  4. Eine Wahnsinns-Arbeit! Sie sehen aber richtig toll aus Deine Perlen und Herzchen. Lohnt sich eben doch immer wieder die Fummelei!
    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
  5. Hallo!

    Darf ich mal nachfragen, mit was du die Perlen färbst?

    Liebe Grüße
    Caroline

    AntwortenLöschen